RCI – TUNE IN AND TURN ON!
ON AIR: Frank Sinatra - New York, New York
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Redaktionelles in Sachen Musik & Co.

Plattenkritik: Paul Carrack "A Different Hat" (Rough Trade, 2010) Als ich neulich mal wieder so durch den wie üblich wenig sortierten Tonträgerhandel schlenderte, fiel mir dieses Album vom guten, alten Paul Carrack in die Hände. Nach kurzem Reinhören: Ist das wirklich Paul Carrack? Der Paul Carrack, der einst psychedelischen Rock (Warm Dust) schrieb, in Punkkrock-Bands (Ace) spielte, so manch rüdes Stück Musik (Mike + The Mechanics) auf Vinyl bannte? Ja! Das, was da schmelz-schmalzig in meine Ohren floss, war tatsächlich der Paul Carrack.

A different hat (er trägt auf dem Cover übrigens tatsächlich mal einen anderen Deckel) ist super-seichte Musik im Swingstil der 1940er. Ähnliche Experimente gab es bereits bei Peter Gabriel, Sting oder Rod Stuart – also nicht eben absonderlich originell. Für alle, die den britischen Sänger kennen und lieben sei gesagt: Gut anhören vor dem Kauf! Allen anderen, die in der glücklichen Lage sind einen solchen Vergleich gar nicht anstellen zu können, sei dieses Album als manewl Wintertipp sehr nahe ans Herz gelegt!

Das Ganze klingt dann auch wie der frühe Frank Sinatra, stimmig in allem: Atmosphäre, Orchester, Gesang. Wem es bei der grandiosen Version von Moon River nicht das Herz erwärmt, der hat keines, sah noch nie im Leben „Frühstück bei Tiffany“ oder ist schlicht total taub! Es ist geradezu Idealmusik, um nach Hause zu kommen, sich selbst eine Kanne Tee zu kredenzen, die Füße hochzulegen, auf der Couch in eine Decke zu kuscheln und sich diese sagenhafte, musikalische Gemütlichkeit zu gönnen. Carrecks ungewohnt samtweiche Stimme im Soundkissen des Royal Philharmonic Orchesters reißt einem jedweden Stressrest aus der Seele und sorgt für eine Art Vollentspannung, die geradezu anmacht ... mein Tipp für die aufkommende Kaltjahreszeit: Paul Carreck: A different hat,´ne Tasse Tee (Husumer Mischung) und gedämpftes Kerzenlicht ...

Ganz klasse als Weihnachtsgeschenk , weil es einfach auch gut unter einem Weihnachtsbaum zu hören ist. Tipp an die Herren: Wenn Ihr in Weihnachtsnähe für Frau was Leckeres kocht, für kerzenlichterne Gemütlichkeit sorgt und dieses Album spielt, dann sind die Feiertage ganz sicher gar harmonisch, romantisch und die meisten Patzer des Jahres verziehen => Redaktionsgarantie! (tobber)

Musikfilme

Nachdem es ja in der FROZEN SURF PARTY kürzlich um Musikfilme ging, kam freilich auch die Frage nach weiteren Tipps auf. Also bitte:

The Girl Can't Help It (USA 1956) Den Inhalt kann man eigentlich getrost vergessen, der wurde eher um die Musik gewickelt und dabei kam eben heraus, was heraus kommen musste: Jayne Mansfield spielt sich selbst, also eine üppige, große Blondine mit Null-Stimme und ebensoviel Hirn. Als Gangsterbraut soll sie eine berühmte Sängerin werden. Doch leider fehlt ihr das Talent und außerdem will sie auch gar nicht singen, sie möchte nämlich viel lieber putzen! Naja, mal davon abgesehen, dass das Frauenbild in den Fünfzigern noch etwas angestaubt war und die Handlung dieses Films sowieso niemand mehr ernst nehmen kann – musikalisch ist dieser Streifen kaum zu toppen! EDDIE COCHRAN, GENE VINCENT, FATS DOMINO, LITTLE RICHARD, THE PLATTERS sind nurmehr die, die mir so spontan einfallen. Also, wer die Rocker der 50ger mag, muss sich diesen Film anschauen – auch wenn man zwischen den Songs den Ton getrost ausschalten kann.

American Graffiti (USA 1973) Klar, George Lucas Hommage auf die Fünfziger. Die Story ist imgrunde auch recht simpel: ein paar Kids in einer amerikanischen Kleinstadt genießen ihren letzten Abend zusammen, denn am nächsten Tage wollen ein paar auf weit entfernte Universitäten. Teenager-Tüdelei eben, aber mit Stil – musikalisch begleitet vom großen WOLFMAN JACK ... schätze, sollte man auch gesehen haben.

Quadrophenia (UK 1979) Kultfilm! London 1965: Zwei Jugendkulturen schlagen im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander, die Rocker und die Mods. Mittendrinne ist Jimmy Cooper, der sich den Mods zugehörig fühlt. Doch während für seine Freunde das "Mod-Sein" eher ein Wochenendspaß ist, trägt diese Musik für den auch ansonsten recht orientierungslosen Rebellen weltanschauliche Züge. Und so scheitert er dann auch auf ganzer Linie ... STING besetzt eine Nebenrolle und THE WHO übernehmen die musikalische Leitung. Sofern einmal ein Freitagabend langweilen sollte → diesen Klassiker sollte jede gut sortierte Videothek führen. 

(tb)

Breakfast with the Beatles